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Jun 19, 2013Qualitätsweizen- und Durumtag

Mehr Qualität und höhere Wirtschaftlichkeit beim Weizenanbau

Qualitätsweizen- und Durumtag am 19. Juni 2013 in Bernburg

Etwa 90 Landwirte und andere Interessierteverfolgten die Themen des diesjährigen Expertentreffens: von Düngestrategien, ährenzahlen, Fruchtfolgen und Sortenvergleichen bis zu den Effekten einer strategischen Nachhaltigkeitsoffensive im Lebensmitteleinzelhandel.

Wie würde es sich auswirken, wenn der Einzelhandel in Zukunft bevorzugt nachhaltig produzierte Lebensmittel in die Regale stellt? Dr. Breloh, Bereichsleiter Strategischer Einkauf REWE-Group, erläuterte anhand der Produktkennzeichnung PRO PLANET, wie Rewe eine solche Nachhaltigkeitsoffensive umsetzt. Dazu wird der gesamte Produktlebenszyklus von der Rohstofferzeugung bis zum Verpackungsrecycling betrachtet. Ein Effekt ist zum Beispiel, dass Fruchtfolgen mit Proteinpflanzen wieder attraktiver werden, wenn im Geflügelfutter Erbsen aus heimischem Anbau den Sojaschrot aus Südamerika ersetzen.

Peter Deumelandt, Geschäftsführer des Privaten Instituts für Nachhaltige Landbewirtschaftung GmbH, stellte die Ergebnisse der von der Saalemühle in Auftrag gegebenen Studie „Nachhaltiger Durum aus Mitteldeutschland“ vor. Das Fazit: Mitteldeutschland ist für nachhaltigen Durumanbau hervorragend geeignet, da weder intensiv gedüngt werden muss noch übermäßig Pflanzenschutzmittel benötigt werden. Auch der Energieverbrauch (vor allem Treibstoff) ist vertretbar.

Der geschickte Einsatz von Fruchtfolgen ermöglicht nicht nur höhere Erträge und bessere Pflanzengesundheit, wie Prof. Dr. Schäfer von der FH Südwestfalen nachwies, sondern führt auch zu einer gleichmäßigeren Auslastung von Maschinen und Personal. Kürzere Stillstandszeiten und niedrigere Spitzen beim Arbeitsanfall – dass dadurch Kosten dauerhaft gesenkt werden können, war allen Teilnehmern sofort klar.

Dr. Schönberger, Geschäftsführer N.U. Agrar GmbH, ging speziell auf die Unterschiede von Durum und Weichweizen bei der Ertragsausbildung und dem Ertragsaufbau ein. Diese Unterschiede wirken sich natürlich auf die Anbautechnik der beiden Weizenkulturen aus. Wie genau, zeigte Dr. Schönberger anhand der Feldversuche mit Durum, die zusammen mit Siv Ahlers und Wilfried Mißlbeck, beide DLG, durchgeführt worden waren.

Beim anschließenden Feldrundgang konnten verschiedene Aussaat- und Düngestrategien verglichen werden. Sie alle hatten möglichst hohe ährenzahlen zum Ziel und boten wie die vorangegangenen Vorträge reichlich Gesprächsstoff während des gemeinsamen Mittagessens.

Wir danken allen Referenten ganz herzlich für ihre hochinformativen Beiträge und allen Teilnehmern fürs Zuhören und Nachfragen und die vielen interessanten Gespräche!

Downloads:
Vortrag Bernhard C. Schäfer (PDF)

Vortrag Dr. H. Schönberger (PDF)

Vortrag Peter Deumelandt (PDF)